Am Freitagnachmittag folgten der Diff-Kurs „Schwelm forstet auf“ und die Klima-AG – begleitet von Theresa Buhr und Christian Satalik – der Einladung des Klimamanagements der Stadtverwaltung Schwelm und präsentierten sich am Aktionstag KLIMA auf den Rathausvorplatz. Am zentral gelegenen Info-Stand konnten sich Bürgerinnen und Bürger über die Lerninhalte, Projekte und Aktionen des MGS zum Thema Nachhaltigkeit und Klima informieren. Auch Bürgermeister Stephan Langhard lauschte interessiert den Ausführungen der beiden Gruppen und kam mit den Schülerinnen und Schülern ins Gespräch.


An zahlreichen weiteren Ständen konnte im Verlauf des Nachmittags vieles übers KLIMA – teils lehrreich, teils spielerisch – erprobt, entdeckt und erfahren werden.



In einen Artikel der WESTFALENPOST wurden die Tätigkeiten und Aufgaben des Diff-Kurses „Schwelm forstet auf“ unlängst so beschrieben:
Pflanzen, jäten, beraten: 20 Schülerinnnen und Schüler des Märkischen Gymnasiums packen mit an und wollen Schwelm Stück für Stück klimafreundlicher machen
Mit geübtem Blick widmet sich Schülerin Abelin Seboldt dem Hochbeet, greift mit behandschuhten Händen zwischen die Pflanzen, um Unkraut zu entfernen. Die 15-Jährige besucht die neunte Jahrgangsstufe des Märkischen Gymnasiums Schwelm und hat, genauso wie ihre Mitschüler Luca Kulich und Justus Poschmann, den Differenzierungskurs „Schwelm forstet auf“ gewählt. Das Ziel ist laut der Schule das gezielte Pflanzen von Klimabäumen, die insektenfreundliche Gestaltung von Gärten und die Information der Gesellschaft in Bezug auf lokale Klimaherausforderungen.

Unter der Leitung von Lehrerin Melina Rogert haben die 20 Schülerinnen und Schüler zum Beispiel in den vergangenen Monaten gelernt, worauf es bei der Planung einer klima- und insektenfreundlichen Bepflanzung von Beeten ankommt oder was beim Anbau von Nasch- oder Fettpflanzen beachtet werden muss. Melina Rogert, die Chemie- und Sozialwissenschaft unterrichtet, hat das Projekt „Schwelm forstet auf“ von ihrem früheren Kollegen Alex Schäfer übernommen. „Jetzt starten wir seit den Sommerferien mit dem neuen Differenzierungskurs wieder durch“, sagt die 27-Jährige.

Ihr Wissen möchten die Schüler nicht nur für die schuleigenen Hochbeete verwenden. Sie möchten auch Privatpersonen oder Firmen ehrenamtlich beraten, wie Beete neu angelegt oder so umgestaltet werden können, dass sie dem Klima und Insekten zugutekommen. Lehrerin Melina Rogert erklärt, wie das vonstattengeht: „Interessierte können sich bei mir per E-Mail an rg@mgs-mail.de melden und wir machen die Planung.“
Die Schüler zeichnen die Beetgestaltung ein und überlegen, welche Pflanzen sich für den Standort anbieten. „Wir können keine Flächen entsiegeln. Alles, was wir machen, machen wir mit unseren Händen und kommen mit Schippe und Heckenschere“, erklärt Rogert. Die Pflanzen bezieht das Gymnasium über den Großhandel und reicht die Rechnung an den Auftraggeber weiter. „Unsere Arbeitskraft stellen wir ehrenamtlich zur Verfügung, wobei wir uns über Spenden freuen, weil wir damit unsere Werkzeuge anschaffen und auch den Schulhof gestalten.“

Schüler Justus Poschmann entschied sich für den Differenzierungskurs, „weil ich dann nicht nur im Klassenzimmer sitze und auch mal was mit den Händen machen kann“. Der Klimaaspekt reizt den 15-Jährigen. „Man merkt ja, dass es immer heißer wird.“ Sein Mitschüler Luca Kulich pflegt auch im hauseigenen Garten Hochbeete und kannte sich mit der Anpflanzung von Gemüse und Co. schon gut aus. Der Unterricht habe seinen Blick auf seine Umgebung verändert.
Beim Spaziergang mit seinem Hund fällt Luca auf, wie viele Bäume in seiner Wohngegend gefällt werden mussten. „Dann denkt man schon, dass dadurch für uns Menschen der Lebensraum schlechter wird“, sagt der 14-Jährige. „Mir war es wichtig, viel über die Umwelt zu lernen und wie unser Ökosystem eigentlich funktioniert“, erklärt Abelin Seboldt ihre Beweggründe, warum sie sich für den Kurs „Schwelm forstet auf“ angemeldet hat.

Mit der Frage, wie Klimaschutz in Städten umgesetzt werden kann, haben sich die Schüler bereits befasst. „Das wird im nächsten Schuljahr noch mal ein eigenständiges Thema, also zum Beispiel Urban Gardening und alles, was zum Ökosystem Stadt dazu gehört“, erklärt Melina Rogert. Darauf wird auch eine Projektarbeit abzielen, die die Schüler statt einer Klassenarbeit erstellen werden. Dabei werden die Schüler kleine Modellhäuser bauen, die über begrünte Dächer und Wände verfügen, die als eine Art Klimaanlage für Gebäude fungieren.
[Quelle: Westfalenpost, 29.06.2026; Text (v. d. Red. gekürzt) und Fotos: Alisa Schumann; Abdruck autorisiert durch Chefredakteur Stefan Scherer]